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Fast jeden Tag wird in Deutschland eine Frau getötet, weil sie eine Frau ist. Die Gewalt gegen Frauen nimmt zu, zeigen neue Zahlen vom Bundeskriminalamt. In vielen Städten gibt es zwar Beratungsstellen und Frauenhäuser, doch auf dem Land ist sowas rar. Diese Lücke will Miriam Peters in Schleswig-Holstein schließen mit dem Projekt weiterlesen

Wenn der Weg zum Frauenhaus zu weit ist: In Schleswig-Holstein unterstützen die "Land-Grazien" Frauen und Kindern, die Gewalt erleben. Bushaltestellen sind gute Treffpunkte. Oder der Supermarkt – Orte also, an denen sich Menschen auch rein zufällig begegnen. Miriam Peters wird ganz bewusst dorthin gerufen: Die Sozialarbeiterin hilft Frauen, die von Gewalt weiterlesen

Heute ist der internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Betrifft uns nicht? Leider doch, weiß Miriam Peters, die das bundesweit einzige Beratungsmobil für Frauen mit Gewalterfahrungen gegründet hat: Häusliche Gewalt kann jede treffen. Im Interview erzählt sie von ihrer wichtigen Arbeit. Die Verfilmung des Romans "It Ends with Us" weiterlesen

Immer mehr Frauen in Deutschland sind von häuslicher Gewalt betroffen. Miriam Peters tourt mit einem Lieferwagen übers Land, um Betroffenen zu helfen. Nadia sitzt mit Miriam Peters im Laderaum eines Lieferwagens auf einem Parkplatz vor einem Gemeindehaus irgendwo in Schleswig-Holstein. Der Ort des Treffens darf aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden. Auch Nadia heißt eigentlich anders. weiterlesen

Oft wird bei der Beschreibung dörflichen Lebens betont, dass es mehr Zusammenhalt und nachbarschaftliche Hilfe gibt. Die Land-Grazien, die sich um misshandelte Frauen auf dem Land kümmern, kennen auch die Kehrseite dieses Zusammenlebens. Opfer finden kaum Hilfe, ihnen droht zudem soziale Ausgrenzung. Das Herzogtum Lauenburg ist Idylle pur. Eingebettet in Seen und Wälder oder an den weiterlesen

Häusliche Gewalt ist für viele Frauen leider nicht bloß ein einmaliger Vorfall, sondern der erschreckende Alltag – und das in allen gesellschaftlichen Gruppen. Dabei fängt Gewalt nicht erst bei Schlägen oder Misshandlungen an, sondern betrifft auch Stalking und Psychoterror. Kein Tag ohne permanente Abwertung und Angstzustände vergeht. Die „Land-Grazien“ helfen Frauen dabei, aus dieser weiterlesen

Wie die mobile Beratungsstelle Schutz bietet

Fast jeden Tag wird in Deutschland eine Frau getötet, weil sie eine Frau ist. Die Gewalt gegen Frauen nimmt zu, zeigen neue Zahlen vom Bundeskriminalamt. In vielen Städten gibt es zwar Beratungsstellen und Frauenhäuser, doch auf dem Land ist sowas rar. Diese Lücke will Miriam Peters in Schleswig-Holstein schließen mit dem Projekt „Land-Grazien“: Ein als Handwerker-Transporter getarntes Auto ist ihre mobile Beratungsstelle. Damit fährt sie zu sicheren Treffpunkten, denn viele Betroffene haben Angst, vom Täter entdeckt zu werden. Frau tv durfte mitfahren.

Die „Land-Grazien“ helfen Opfern häuslicher Gewalt – im Undercover-Transporter

Wenn der Weg zum Frauenhaus zu weit ist: In Schleswig-Holstein unterstützen die „Land-Grazien“ Frauen und Kindern, die Gewalt erleben

Bushaltestellen sind gute Treffpunkte. Oder der Supermarkt – Orte also, an denen sich Menschen auch rein zufällig begegnen. Miriam Peters wird ganz bewusst dorthin gerufen: Die Sozialarbeiterin hilft Frauen, die von Gewalt bedroht sind. Weil die Betroffenen jedoch auf dem Land leben, ist die nächste Beratungsstelle für sie oft unerreichbar. Oder ihre Partner überwachen sie so engmaschig, dass sie sich dorthin nicht unbemerkt auf den Weg machen können.

Dann verabreden sie sich mit Peters zu einem unauffälligen Treffen. „Die Orte dafür müssen zum Alltag der Frauen passen“, erklärt Peters. Sie hat schon neben Turnhallen und auf Schulparkplätzen mit Gewaltopfern gesprochen, um herauszufinden, auf welche Weise sie ihnen helfen kann. Leben auch Kinder in der Familie? Will die Betroffene in ein Frauenhaus fliehen? Oder hat sie sich schon getrennt und kämpft nun mit Geldsorgen oder mit dem Jugendamt?

In all diesen Fällen helfen die „Land-Grazien“. So heißt das mobile Beratungsangebot, das Peters vor drei Jahren im Osten von Schleswig-Holstein gegründet hat. Die fünf Frauen des Teams informieren per Telefon, Chat, Mail oder auf Social-Media-Kanälen. Sie helfen aber auch direkt vor Ort: Dafür nutzen sie einen Transporter, der von außen beklebt ist, als gehöre er einem Handwerksbetrieb, innen laden Bänke und ein Tisch zum Gespräch.

Bundesweit ist das Modell einmalig, es lebt von Spenden und Stiftungsgeldern – ein finanzieller Balanceakt. Dabei ist der Bedarf groß: Nahezu täglich bitten Frauen bei Peters um Hilfe. Da ist die 15-Jährige, die von Klassenkameraden vergewaltigt wurde. Oder die 82-Jährige, die seit 60 Jahren von ihrem Mann geschlagen wird. „Noch immer ist Gewalt gegen Frauen ein Tabuthema – auf dem Land sogar noch mehr als in der Stadt“, sagt Peters.

Sie kommt selbst aus der Region, arbeitete dann in einem Frauenhaus in Lübeck. Dort suchten auch Frauen aus dem Umland Hilfe. „Ich wusste also, dass es Bedarf, aber kaum Angebote gibt.“ Als sie vor einigen Jahren mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern zurück in ihr Heimatdorf zog, gründete sie die „Land-Grazien“. Die Nachfrage war sofort groß.

Und so trifft Miriam Peters heute Frauen am Spielplatz, im Supermarkt oder an der Bushaltestelle. „Ich freue mich über jede, der ich so helfen kann.“

Wir hören wirklich ständig, dass Gewalt doch kein wirklich präsentes Problem sei

Heute ist der internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Betrifft uns nicht? Leider doch, weiß Miriam Peters, die das bundesweit einzige Beratungsmobil für Frauen mit Gewalterfahrungen gegründet hat: Häusliche Gewalt kann jede treffen. Im Interview erzählt sie von ihrer wichtigen Arbeit.

Die Verfilmung des Romans „It Ends with Us“ von Colleen Hoover wurde kürzlich viel diskutiert: In dem Film geht es um die missbräuchliche Beziehung der jungen Lily Bloom (gespielt von Blake Lively), die Kritiker:innen zufolge jedoch nicht unbedingt realitätsnah und viel zu einfach dargestellt wird. Eine Userin beispielsweise fragt auf Instagram: „Sorry, ist das jetzt ein Film über Blumen oder einer über Partnerschaftsgewalt?“ Wir haben uns fachlichen Rat bei Miriam Peters, Gründerin der „Land-Grazien“, geholt. Sie verstehe die Kritik an dem Film, ihre Perspektive aus fachlicher Sicht sei aber eine andere:

„Natürlich werden die Gewaltdynamiken vereinfacht dargestellt, aber dieser Film soll ein breites Mainstream-Publikum erreichen und das schafft er nicht, wenn er zu kompliziert, zu düster und zu einschüchternd ist. Es ist vielmehr ein leichter Einstieg in die Thematik und macht Hoffnung. Und das Wichtigste: Der Film trägt das Thema überhaupt in die Öffentlichkeit, denn wir hören wirklich ständig, dass Gewalt doch kein wirklich präsentes Problem sei. Also: Ja, auf der Leinwand wirkt alles sehr einfach. Aber ich stelle hier mal provokativ die Behauptung auf, dass Auswege aus gewaltvollen Beziehungen auch deutlich einfacher sein KÖNNTEN, wenn die Politik sich endlich verantwortlich fühlen würde“, sagt Peters.

Miriam Peters hilft Frauen und Kindern auf dem Land

Im März 2021 hat die studierte Sozialarbeiterin Miriam Peters eine Beratungsstelle für Frauen und Kinder gegründet, die von Gewalt betroffen sind.Das Angebot der „Land-Grazien“ richtet sich an diejenigen, die auf dem Land wohnen und kaum Busanbindungen zur Verfügung haben. Gegenden, in denen häufig die Frauenhäuser voll und unterbesetzt sind. An Frauen, die durch die Überwachung ihres Partners nicht mal eben drei Stunden wegfahren können, um angeblich Milch zu kaufen, und sich doch eigentlich nur Hilfe suchen wollen. 

Über Instagram oder per Telefon kann Kontakt aufgenommen werden. Mögliche Treffen erfolgen im Beratungsmobil, das von außen wie ein Handwerkerbus aussieht. Einen festen Standort gibt es nicht – die „Land-Grazien“ fahren inkognito zu vereinbarten Treffpunkten, sodass möglichst kein Täter oder sonst wer es mitbekommt. Betroffene erhalten die Unterstützung, die sie möchten – sei es nur ein Gespräch, der gemeinsame Gang zur Polizei, eine Fluchtbegleitung oder Hilfestellungen bei Anträgen. Eine wichtige Arbeit, die zeigt, wie viel präsenter das Thema ist, als viele annehmen …

BRIGITTE: Frau Peters, wie geht es Ihnen heute? 

Miriam Peters: Es geht so, tatsächlich. Wir hatten gestern eine Beratungsanfrage von einer Frau, die wir leider abweisen mussten. Da handelte es sich um Zwangsprostitution und Menschenhandel. Darauf sind wir einfach nicht spezialisiert. Aber es schmerzt einen schon, wenn man da sagen muss: ‚Es tut mir leid, Sie sind hier falsch‘.

Konnten Sie die Frau dann zumindest weitervermitteln? 

Ja, das schon. Wir haben ihr andere Kontaktdaten gegeben, wo sie sich melden kann. Aber es ist natürlich auch frustrierend, für uns selbst, und vor allem natürlich für die Frau. Dann traut sie sich endlich und dann kommt heraus: Wir sind nicht zuständig.

Passiert das häufiger?

Nein, eigentlich nicht. Aber wir haben natürlich auch Grenzen, um die Fachlichkeit zu bewahren und die Professionalität.

Wie viele arbeiten denn momentan bei den Land-Grazien?

Wir sind vier Frauen, aber alle haben keine volle Stelle. Wir haben eine duale Studentin, die jetzt neu angefangen hat. Wir haben mich als Sozialarbeiterin und Koordinationskraft. Und dann haben wir eine Verwaltungsfachkraft und eine 450-Euro-Kraft. Wir sind auf jeden Fall chronisch unterbesetzt.

Vor allem ja wahrscheinlich, weil die Nachfrage sehr hoch ist?

Sie ist riesig. Wir dachten es ist ein Corona-Ding, da haben wir ja angefangen. Aber es wurde nicht besser, weil dann kam der Krieg, die Inflation und Ängste. Was man jetzt auch wirklich merkt, sind die Folgen der Kontaktbeschränkungen. Kinder, die psychisch auffällig sind. Familien, die Schulden gemacht haben wegen Kurzarbeit oder weil das Geld generell nicht mehr gereicht hat. Man vielleicht sogar den Job verloren hat. Und all das sorgt natürlich für noch mehr Stressfaktoren zu Hause. Zurzeit ist es so, dass wir fünf bis sechs Erstkontakte pro Woche haben, das heißt Frauen, mit denen hatten wir vorher noch nie zu tun.

Heftig. Und wie ist da die Altersspanne? 

Wir haben gerade unsere Quartalsstatistik gemacht, da waren 23 Prozent unter 18. Das sind junge Mädels, die oftmals den ersten Freund haben und schon sexuelle Übergriffe erleben. Und die älteste Frau war 82.

Wie nehmen die dann den Kontakt zu Ihnen auf? 

Oftmals melden sie sich anonym bei uns mit einem Account über Social Media. Das Alter und, wenn wir Glück haben, wo sie sich aufhalten, erfahren wir erst durch den Beziehungsaufbau, also dass wir miteinander schreiben. Häufig ist es anfangs auch wie ein Test, dass sie fragen, wer wir sind und ob man uns trauen kann, ob wir auch wirklich niemand anderem etwas erzählen. Aber wir können ja auch gar nichts erzählen, weil wir gar keine Daten haben. Und zum Beispiel die Omi hat einfach angerufen.

Und wie geht es dann weiter?

Das ist ganz individuell. Meistens ist dann erstmal die Frage, erzähl mal, was los ist und was dein Wunsch ist. Dann sprechen wir miteinander und kommen zu einem Ergebnis, wie es weitergeht. Manchmal ist es auch einfach nur, dass man eine Bestätigung braucht für das, was man sowieso schon fühlt. Oder man möchte nur ein paar Ratschläge haben, wie man mit der Situation umgehen kann. Oder das Leid irgendwo lassen – das kann man bei uns sehr gut.

Ist es dabei denn schwierig, nicht sofort zu urteilen oder selbst etwas zu entscheiden?

Das wichtigste Prinzip ist bei uns tatsächlich das Selbstbestimmungsprinzip. Die Frau kann ganz genau entscheiden, wie ihr Leben aussehen soll. Und dann müssen wir das akzeptieren. Es gab eine Situation, da haben wir uns mit einer Frau getroffen, die sich informiert hat, welche finanziellen Sachen stehen ihr zu, wenn sie sich trennt? Wie sieht es aus mit dem Haus? Was würde generell auf sie zukommen? Und dann hat sie sich dafür entschieden, bei dem Mann zu bleiben. Mit der Argumentation, dass sie wegen eines Moments im Monat, in dem sie verprügelt wird, ihren sozialen Status nicht aufgeben möchte. Das ist auch eine Entscheidung, die wir auf professioneller Ebene nicht zu bewerten und hinzunehmen haben.

Was ist denn die häufigste Art von Gewalt, die Sie miterleben? 

Meistens ist es psychische Gewalt, womit es anfängt. Eigentlich haben sie alle Frauen erlebt, wenn sie uns kontaktieren. Und dann kommt es darauf an, wie sehr das zu Hause eskaliert ist. Ob nun körperliche, sexualisierte oder ökonomische Gewalt noch dazugekommen sind. Oftmals ist es auch wie ein Kreislauf. Es kommt immer mal mehr dazu und dann ist auch wieder gar nichts. Dann ist die Vertragsphase und dann geht’s wieder los und es kommt vielleicht noch mehr dazu.

Auf welche Warnzeichen sollte denn jede Frau achten? 

Erstens: Wenn er dein Haustier quält, das ist ein absolutes No-Go. Zweitens: Wenn er dir den Kontakt mit deiner Familie oder mit deinen engsten Freunden verbietet. Und drittens: Wenn er anfangen möchte, dich zu überwachen über Ortungsdienste. Er möchte nur auf dich aufpassen und gucken, dass es dir gut geht. Das muss man ja mittlerweile bei den iPhones auch schon ausstellen, wenn man es nicht möchte. Viele Frauen, die sich bei uns melden, werden wirklich 24/7 vom Partner überwacht. Und für die in eine Beratungsstelle zu gehen, wo die Adresse offen bekannt ist, kann dann schon Lebensgefahr bedeuten.

Wurde es für Sie selbst auch schon mal gefährlich, weil der Partner plötzlich doch aufgetaucht ist?

Ja, tatsächlich. Da waren wir nicht mit dem Beratungsmobil unterwegs, sondern haben eine Frau bei ihrer Flucht begleitet. Dann sind wir über die Autobahn, eine Kollegin, die Frau mit ihrem zweieinhalbjährigen Kind und ich. Wir wollten zum nächsten Frauenhaus. Und auf einmal war der Täter neben uns im Auto.

Was ist Ihnen dabei durch den Kopf gegangen?

Ich hatte Angst. Es war eine große Spannung im Auto, das war wirklich besonders. Wir sind zur nächsten Polizei gefahren und dann war er auf einmal weg.

Was würden Sie sonst rückblickend sagen, war bisher das krasseste Erlebnis?

Wir haben uns einmal mit einer Frau im Beratungsmobil getroffen, mit der wir schon länger im Gespräch waren. Das war super. Also was heißt super? Wir haben uns gefreut, dass sie dem Treffen zugestimmt hat. Und dann war das Gespräch und sie wirkte, wenn man das so sagen kann, okay. Und dann ist sie aufgestanden und der Sitz war voller Blut. Ich habe ihr einen Tampon gegeben, von wegen das kann ja mal passieren. Aber dann hat sich herausgestellt, sie wurde gerade vergewaltigt und kam deshalb zu spät zum Treffen. Es war so schlimm, dass sie innere Blutung hatte. Wir haben sofort einen Krankenwagen gerufen, sie hat auch zugestimmt und ist ins Krankenhaus gekommen.

Ich bin sprachlos … Gibt es denn etwas, was Sie als Prävention raten können?

Habt ein eigenes Bankkonto, auf das der Mann keinen Zugriff hat. Unserer Meinung nach ist die beste Gewaltprävention, die man überhaupt haben kann, die finanzielle Unabhängigkeit. Denn natürlich kann man jemanden schneller verlassen und ist unabhängiger und hat auch mehr Macht, weil Geld ist Macht, wenn man auch selbst etwas besitzt. Und: Hört auf euer Bauchgefühl. Wenn ihr das Gefühl habt, da stimmt irgendetwas nicht, dann hört verdammt noch mal darauf. Man wird ja oft so erzogen, dass man irgendwann nicht mehr darauf hört. Aber es ist so wichtig. Meistens ist dann nämlich auch irgendwas nicht koscher. Man kann vielleicht noch nicht ganz sagen was, aber irgendetwas stimmt nicht.

Und in dem Sonderfall, dass man Kinder hat: Worauf sollte man da besonders achten?

Nimm die Kinder ernst, egal was sie erzählen. Oftmals wird uns von den Kindern und Jugendlichen erzählt, dass sie niemand ernst nimmt und sie belächelt werden. So nach dem Motto: Ach, das ist dein erster Freund, da gibt es mal Schwierigkeiten. Kann doch mal passieren, dann suchst du dir einfach den Nächsten. Solche Floskeln werden dann gesagt, statt das Gesagte ernst zu nehmen und im besten Fall natürlich auch wertfrei zuzuhören und Unterstützung anzubieten.

Und für Kinder von Betroffenen haben Sie auch noch ein extra Angebot, oder?

Genau, den Kids Club. Der ist zurzeit für die Kinder der Frauen, die bei uns Beratung suchen. Gerade sind es zwölf Kinder, die zum Beispiel ein TikTok-Projekt machen. Sie drehen Videos von Kindern für Kinder zum Thema Gewaltprävention. Was mache ich als Kind, wenn mir was passiert? Mit wem kann ich sprechen? Was sind die Möglichkeiten? Wie geht es mir besser? Das wird gut angenommen, das freut uns sehr.

Erste Hilfe bei Männergewalt

Nadia sitzt mit Miriam Peters im Laderaum eines Lieferwagens auf einem Parkplatz vor einem Gemeindehaus irgendwo in Schleswig-Holstein. Der Ort des Treffens darf aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden. Auch Nadia heißt eigentlich anders. Die beiden sitzen auf einer Bank im Miniaturwohnzimmer des Lieferwagens. Es ist eng, eine gewisse Nähe lässt sich nicht vermeiden. Neben zwei Bänken ist ein kleiner Tisch eingebaut, ein Gasofen spendet Wärme. Draußen ist es an diesem Tag Mitte Februar eiskalt.

Vor dem Gemeindehaus parken nur wenige Autos, ein paar Windräder stehen in der flachen, grünen Landschaft. Nadia wirkt nervös, während sie spricht. „Wir haben uns jetzt entschlossen, in ein Frauenhaus zu gehen“, sagt sie. Mit ihren beiden Söhnen will sie vor ihrem gewalttätigen Partner flüchten.

Die Sozialarbeiterin Miriam Peters ist Gründerin der „Landgrazien“. Seit März 2021 bietet der Verein Frauen, die von Gewalt betroffen sind, mobile Beratung im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein an. Mit ihrem Beratungsmobil treffen sie ihre Klientinnen dort, wo es für sie am einfachsten ist. Das kann auf dem Weg in den Kindergarten, auf dem Supermarktparkplatz oder an einer Bushaltestelle sein. So sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der gewalttätige Partner etwas von dem Treffen mitbekommt.

Mitglieder

45 Staaten des Europarats außer Aserbaidschan haben die Konvention unterzeichnet, allerdings haben einige Länder, darunter Bulgarien, die Tschechische Republik, Ungarn, Lettland, Litauen und die Slowakei die Konvention bislang nicht ratifiziert. Die Türkei trat zudem aus dem Vertrag aus. In Deutschland trat sie 2018 in Kraft.

Fall Deutschland

Trotzdem gibt es hier noch immer Lücken in der Umsetzung der Konvention. Zwar plant die Bundesregierung eine Gesamtstrategie und eine zentrale Koordinierungsstelle für Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen, aber diese liegt noch nicht vor. Auch mangelt es an ausreichend Schutzeinrichtungen, teilweise gibt es Zugangshürden. Ebenso ist die festgeschriebene Rücksicht auf die Auswirkungen von Gewalt gegen Frauen in Sorgerechts- und Umgangsrechtsverfahren noch nicht aus­reichend umgesetzt. (taz)

Besonders auf dem Land ist dies für Frauen wichtig. Denn hier kennt je­de:r jede:n. „Wenn Frauen eine klassische Beratungsstelle aufsuchen, dann kann es schnell passieren, dass jemand aus der Nachbarschaft das mitbekommt“, sagt Peters. Die Beratung ist in dieser Form in Deutschland einzigartig. Jeden Tag werden die Landgrazien von Frauen kontaktiert. Im besten Fall können Peters und ihr Team sie aus einer gewalttätigen Beziehung retten.

Wenn es eskaliert, schicken sie ein Taxi

„Was soll ich den Kindern sagen?“, „Was passiert mit den Haustieren?“, „Wie komme ich ins Frauenhaus?“, all das sind Fragen, die Nadia beschäftigen. Was ihr zu Hause widerfahren ist, spielt bei dem Gespräch keine Rolle. Miriam Peters fragt auch nicht nach. Sie ist hier, um zuzuhören. Manchmal weiß sie nicht einmal, wie ihre Klientinnen wirklich heißen, wo sie wohnen. Denn es ist ihnen überlassen, wie viel sie teilen wollen. Nadia kennt sie erst seit sechs Wochen, sie hat die Landgrazien über Instagram kontaktiert.

„Ich würde den Kindern erst mal gar nichts sagen, es kann immer sein, dass sie sich verplappern“, rät die 33-Jährige der Mutter. Am liebsten würde sie in ein Frauenhaus in Brandenburg gehen, da ihre Familie dort wohnt, sagt Nadia. Peters verspricht ihr, dass ihr Team das versuchen wird.

„Wenn es zu Hause eskaliert, dann können wir dich mit dem Taxi abholen und erst mal in eine Ferienwohnung bringen“, sagt sie. Nadia nickt, die Worte scheinen sie zu beruhigen. „Wenn ich die Kleine morgen im Kindergarten abgesetzt habe, können wir noch mal telefonieren“, sagt die Mutter, bevor sie sich von Peters mit einer Umarmung verabschiedet.

Dass die Betroffenen nur zu ganz bestimmten Zeiten reden können, kommt häufig vor. Die meisten Frauen, die sich bei Peters melden, haben einen Partner, der sie rund um die Uhr überwacht, der jeden einzelnen Schritt ihrer Partnerin kontrolliert. Das kann über ein GPS-Signal im Auto oder per Suchfunktion mit dem Smartphone sein. Die Frauen müssen deshalb extrem vorsichtig sein, wenn sie sich Hilfe holen. Denn es besteht immer die Gefahr, dass die Gewalt eskaliert.

Geheime Fluchtpläne

„Der gefährlichste Moment in einer Beziehung ist die Trennung“, sagt Miriam Peters später bei einem Gespräch in ihrem Büro, einem kleinen, schlicht gehaltenen Raum im Erdgeschoss eines Backsteinhauses. Die junge Frau mit Nasenpiercing und kurzem Pony sitzt gerade an ihrem Schreibtisch. Wenn eine Frau sich dazu entschließt, ins Frauenhaus zu gehen, muss das Team wohlüberlegt vorgehen, erzählt sie. Es ist eine geheime Flucht, die man plant.

Wichtige Unterlagen wie Geburtsurkunden müssen vorher versteckt und mitgenommen, ein Frauenhausplatz muss organisiert werden. Manchmal muss die Betroffene die Polizei darüber informieren, dass sie sich eigenständig entschieden hat, zu gehen. Denn es kommt immer wieder vor, dass ihre Partner eine Vermisstenanzeige machen. Ein Sperrvermerk beim Sozialamt verhindert, dass die Behörden die neue Adresse weitergeben.

All das sind Dinge, die Frauen beachten müssen. Dinge, von denen die meisten erst bei der Beratung erfahren. Ein persönliches Gespräch sei dabei immer besser als ein Anruf: „Wenn mir eine Frau gegenübersitzt, kann sie sehr viel schneller Vertrauen zu mir aufbauen“, sagt die Sozialarbeiterin.

Häusliche Gewalt nimmt in Deutschland stetig zu. Jede Stunde werden mehr als 14 Frauen in Deutschland Opfer von Partnerschaftsgewalt. Das Bundeskriminalamt hat für das Jahr 2022 240.547 Fälle von häuslicher Gewalt ermittelt, 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr. 13 Prozent Anstieg waren es in den letzten fünf Jahren. Die Opfer sind zu 71 Prozent weiblich.

Die Zahlen steigen rasant

Zu der Statistik zählen alle Formen körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt. In 65,6 Prozent der Fälle geschah die Gewalt innerhalb einer Partnerschaft. Die Hälfte der Opfer lebte mit ihrem Partner in einem gemeinsamen Haushalt. Die meisten sind 30 bis 40 Jahre alt.

Warum die Zahlen im Jahr 2022 weiter gestiegen sind, ist nicht ganz klar. Während der Coronazeit machte man die Kontaktbeschränkungen für den Anstieg verantwortlich. Dass mehr Frauen häusliche Gewalt zur Anzeige bringen, kann sich auch auf die Statistik auswirken.

Trotzdem gehen Ex­per­t:in­nen von einer sehr hohen Dunkelziffer aus. „Wir haben seit 20 Jahren keine Zahlen, die das Dunkelfeld zu Gewalt gegen Frauen beleuchten“, sagt Rechtsanwältin Asha Hedayati, die im Familienrecht tätig ist und kürzlich ein Buch über häusliche Gewalt geschrieben hat. Darin weist sie auch darauf hin, dass die Statistik verfälscht sei, da in vielen Fällen Männer eine Gegenanzeige erstatten, wenn ihre Partnerin einen Fall angezeigt hat, um so ihre Verurteilung zu erschweren.

Auch Miriam Peters dachte, dass sich die Lage mit dem Ende der Coronapandemie etwas entspannen würde. Doch das war nicht der Fall. Die Nachfrage hat sich bei den Landgrazien in den vergangenen Jahren kaum verändert, sie werden eher von mehr Frauen kontaktiert, auch die Gewalttaten seien extremer geworden.

Therapien für gewalttätige Männer

Die Sozialarbeiterin wirkt nicht resigniert, wenn sie das erzählt. Für sie ist es eher Ansporn weiterzumachen, so vielen zu helfen, wie möglich. „Ich glaube, viele bekommen die Folgen von Corona erst jetzt zu spüren“, sagt sie. Angehäufte Schulden, steigende Preise, das Gefühl, permanent eine Krise zu durchleben: All das seien Risikofaktoren, die häusliche Gewalt begünstigen.

Anwältin Hedayati sieht fehlende Präventionsmaßnahmen als Problem: „Mich überrascht es wenig, dass die Zahlen weitersteigen, denn es wird nichts unternommen, um die Gewalt zu verhindern.„Zwar plant die Bundesregierung eine Gesamtstrategie und eine zentrale Koordinierungsstelle für Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen, aber noch immer fehlt es in Deutschland an ausreichend Schutzeinrichtungen und einer Reform der juristischen Strukturen, welche die Opfer von Gewalt in den Mittelpunkt stellen.

Laut Hedayati könnte man etwa Rich­te­r:in­nen gezielt fortbilden, um sie für das Thema häusliche Gewalt zu sensibilisieren. Auch müsse man sich mehr auf die Täterarbeit fokussieren, also abgesehen von Strafmaßnahmen gezielt Kurse und Therapien für gewalttätige Männer fördern.

Beratungsstellen ausreichend finanziell zu unterstützen, ist eine weitere Maßnahme gegen häusliche Gewalt. Die Landgrazien sind nur über Stiftungsgelder und Spenden finanziert. Neben Peters sind eine Koordinationskraft, eine Werkstudentin, eine Minijobberin und eine Verwaltungsmitarbeiterin angestellt. Die 32-Jährige hat eine 30-Stunden-Stelle, arbeite aber eigentlich um die 50 bis 60 Stunden pro Woche, sagt sie. Neben Beratungen kümmert sie sich um die Finanzierung, pflegt den sozialen Medienkanal, besucht und organisiert Veranstaltungen.

Die Vorteile: Man kennt sie

Peters ist in Laubenz, einem Dorf in der Nähe ihrer jetzigen Beratungsstelle, aufgewachsen. Sie hat Internationales Management und Sprachen in Amsterdam studiert, danach lebte sie jahrelang in Hamburg, arbeitete dort bei einem Onlinehandel. Doch sie merkte schnell, dass der Büroalltag nichts für sie ist. Sie lernte ihren Partner kennen, zog mit ihm zurück aufs Land und bekam zwei Kinder. Ihr Interesse für soziale Arbeit entstand in ihrer Elternzeit. „Mir war damals extrem langweilig, deshalb habe ich ein Fernstudium in sozialer Arbeit angefangen“, sagt sie lachend.

Bei einem Praktikum im Frauenhaus in Lübeck kam sie zum ersten Mal näher mit dem Thema häusliche Gewalt gegen Frauen in Berührung. Dort fiel ihr auf, mit wie vielen Hürden Frauen auf dem Land zu kämpfen hatten, um Hilfe zu bekommen. Sie startete die Landgrazien erst als ehrenamtliches Projekt in ihrer Gemeinde und merkte schnell, dass es eine unglaubliche Nachfrage nach alternativen Beratungsangeboten gab.

Neben den mobilen Beratungen bietet das Team auch Telefongespräche an, klärt in den sozialen Medien über häusliche Gewalt auf. Dass sie aus der Gegend kommt, spielt ihr in die Hände: „Dadurch, dass mich die Leute hier kennen, ist es einfacher, Unterstützung für unseren Verein zu bekommen.“

Peters wirkt wie eine Frau, die die Dinge einfach anpackt, die so schnell wie möglich Lösungen sucht. Die nicht Nein sagen kann, wenn jemand nach Hilfe fragt. Nach dem Treffen mit Nadia steht bereits der nächste Termin an. Über die Landstraße geht es in ein kleines Dorf mit mehreren Einfamilienhäusern in Backsteinoptik.

Kontrolle, Isolation, Terror

Dort trifft Peters ihre Klientin auf dem Spielplatz. Die beiden kennen sich schon seit einigen Monaten. Die Erzieherin ist heute nicht in der Kita, da ihre Tochter krank geworden ist. Die 5-Jährige ist gerade am Schaukeln, das kleine Mädchen wirkt sehr zurückhaltend, als die Mutter Miriam mit einer herzlichen Umarmung empfängt. „Lass uns vielleicht da hinten reden“, sagt sie. Sie wendet sich an ihre Tochter: „Schatz, ich gehe mal ganz kurz darüber, um mit meiner Freundin zu reden, okay?“

„Hast du eine Zigarette?“, fragt Peters die junge Mutter. „Nur eine, aber wir können sie teilen“, sagt sie. Peters nimmt die Zigarette entgegen und die Mutter fängt an zu sprechen. Wie ein Wasserfall sprudelt der Frust aus ihr heraus. „Er kontrolliert wirklich alles, was ich mache“, sagt sie. Anders als Nadia hat sie sich bereits vor drei Jahren von ihrem Ex-Partner getrennt.

Seither lässt er ihr keine Ruhe. Er ruft sie ständig an, nutzt das geteilte Sorgerecht aus, um Kontrolle über sie auszuüben, indem er sich weigert, bestimmte Dokumente rechtzeitig zu unterschreiben. Immer wieder terrorisiert er ihre Freunde und Familie, um mit ihr in Kontakt zu kommen.

Und ganz kann sie ihm nicht entfliehen. Denn der Vater darf die Kinder einmal pro Woche sehen. Bei den Treffen will sie immer mit dabei sein, da sie Angst hat, die Kinder mit ihm alleine zu lassen. „Es ist so anstrengend, diese paar Stunden durchzuhalten“, sagt sie. Besonders schmerzhaft sei für sie, dass er bei den Treffen ihre Tochter komplett ignoriert und nur seinem Sohn Aufmerksamkeit schenkt.

Umgangsrecht auch für gewalttätige Männer

„Gibt es irgendwelche Chancen, dass er die Kinder nicht mehr sehen darf?“, fragt sie Peters. Auch wenn ihm das Sorgerecht entzogen werde, habe er weiterhin ein Recht auf Umgang. Ihm das zu entziehen, werde schwierig, dämpft die Sozialarbeiterin die Hoffnung der Mutter. „Ich versuche mal einen Termin mit unserer Rechtsexpertin zu machen, die dir das besser erklären kann“, sagt sie.

Dass Ex-Partner das Sorgerecht für Machtspiele ausnutzen, kommt häufig vor, berichtet auch Rechtsanwältin Asha Hedayati. In Deutschland wird zwischen Sorgerecht und Umgangsrecht unterschieden. Es ist fast unmöglich, dem Vater den Umgang mit den Kindern zu verweigern. Es wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass der Umgang dem Kindeswohl dient. Unabhängig davon, ob der Partner gewalttätig in der Beziehung war. „Das führt dazu, dass die Gerichte Partnerschaftsgewalt in Umgangsrechtverfahren kaum berücksichtigen“, sagt Hedayati.

Dies könnte sich ändern, wenn die Istanbul-Konvention vollständig umgesetzt werden würde. Das internationale Abkommen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen und Mädchen verlangt, dass in Sorgerecht- und Umgangsrechtsverfahren auf von Gewalt betroffenen Frauen mehr Rücksicht genommen wird. Dass es noch immer keine Synchronisation von Gewaltschutz und Entscheidungen in diesen Verfahren gibt, kritisiert auch das Bündnis Istanbul-Konvention, das wie Hedayati noch immer viele Lücken bei der Umsetzung der Konvention sieht.

Auch das Bündnis sieht das Problem darin, dass noch immer keine Gesamtstrategie und keine zentrale Koordinierungsstelle aufgebaut wurde. Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt müssten laut dem Bündnis zudem bindend sein und mit viel Geld unterfüttert werden. In Zeiten von Haushaltseinsparungen machen sie sich Sorgen, ob das wirklich passieren wird.

Gewalt hört nach der Trennung nicht auf

Der Fall der jungen Mutter auf dem Spielplatz zeigt auch, dass mit einer Trennung die Gewalt nicht automatisch aufhört. Sie nimmt oftmals nur eine andere Form an, wie als Drohung und Stalking. „Die Gewalt hört oftmals erst auf, wenn die Männer neue Partnerinnen haben“, sagt Peters. Partnerinnen, die womöglich noch nicht ahnen, auf wen sie sich da einlassen.

„Er war ja nicht immer so“, das ist ein Satz, den die Landgrazien immer wieder von Frauen zu hören bekommen, die sich bei ihnen melden. Die Beziehungen beginnen oft harmonisch, viele haben das Gefühl, ihre große Liebe gefunden zu haben, eine emotionale Abhängigkeit entsteht.

Die Gewalt kommt schleichend. Oftmals fängt der Partner an, seine Partnerin immer mehr zu isolieren, um so besser Kontrolle über sie auszuüben. Während er sie anfangs noch mit Komplimenten überhäuft, kommt es plötzlich zu Beleidigungen oder Angriffen. Sich zu trennen, ist für viele kein einfacher Schritt. Vor allem, wenn finanzielle Abhängigkeit besteht. „Die Frauen müssen sich meist zwischen Armut oder Gewalt entscheiden“, sagt Peters.

Noch immer verdienen Frauen rund 18 Prozent weniger als ihre männlichen Partner. Und Mütter verdienen zehn Jahre nach der Geburt ihres ersten Kindes im Durchschnitt 61 Prozent weniger als davor. Wenn eine Betroffene eine gewalttätige Beziehung verlässt, findet sie sich deshalb oft in einer extrem prekären wirtschaftlichen Lage wieder.

Der Landkreis sieht keinen Bedarf

Deshalb kommt es auch vor, dass Frauen zu ihren gewalttätigen Partnern zurückkehren. „Das nimmt mich persönlich natürlich mit, vor allem wenn Kinder involviert sind“, sagt Peters. „Auf einer professionellen Ebene muss ich das aber akzeptieren.“ Denn für die Beratung steht die Selbstbestimmung der Frau im Mittelpunkt. Und zu dieser gehört eben auch die Freiheit, sich für eine gewalttätige Beziehung zu entscheiden.

Obwohl der Anstieg von häuslicher Gewalt ihre mobile Beratungsstation zwingend notwendig erscheinen lässt, ist die Finanzierung der Landgrazien alles andere als geklärt. Im Jahr 2022 bekam die Beratungsstelle noch 40.000 Euro vom Landkreis.

Doch letztes Jahr machte der Schleswig-Holsteinische Landtag der Beratung einen Strich durch die Rechnung. Denn das Geld sollte der Verein erst bekommen, wenn auch Gelder aus dem Landeshaushalt fließen. Der Landtag stimmte jedoch Ende März 2023 gegen die Finanzierung. „Es wurde damit begründet, dass man sich auf bestehende Angebote fokussieren wolle und sie keinen Bedarf an einer mobilen Beratung sehen“, sagt Peters.

Und der Kreis weigerte sich, das Geld aus dem eigenen Haushalt zu beziehen. Dabei zeigte eine Bedarfsanalyse 2022, dass es keine flächendeckenden Beratungsangebote in Schleswig-Holstein gibt und Beratungsstellen dringend mehr gefördert werden sollten.

Schutz von Frauen – keine Priorität?

Die grüne Frauenbeauftragte Catharina Nies sagt, dass die finanzielle Förderung der Landgrazien damals Teil einer Anfrage der Oppositionsparteien gewesen sei, die insgesamt eine Erhöhung von 10 Millionen Euro zur Förderung von Frauenfacheinrichtungen in Schleswig-Holstein forderten. „Den Anträgen wurde nicht zugestimmt, weil es in der angespannten Haushaltslage, in der wir uns 2023 befanden und auch aktuell befinden, finanziell nicht möglich war“, schreibt sie in einer Antwort per E-Mail.

Doch warum weigerte sich der Landkreis, selbst für die 40.000 Euro aufzukommen? Auf taz-Anfrage heißt es dazu aus dem Landratsamt, dass bestimmte Verwendungsnachweise für die gewährten Mittel aus dem Vorjahr gefehlt hätten, weshalb bei der Mehrheit der Kreistagsmitglieder Skepsis in Bezug auf eine weitere Förderung herrsche.

Laut den Landgrazien standen die Nachfragen und Reglementierungen in keinem Verhältnis zu der Fördersumme – und bedeuteten zu viel Arbeit für das kleine Team. „Politik ist immer eine Prioritätensetzung. Der Schutz von Frauen scheint hier im Landkreis wohl keine Priorität zu sein“, sagt Peters.

Die Bemühungen um öffentliche Gelder haben die Sozialarbeiterin sehr viel Energie und Zeit gekostet. Sie hat sich deshalb vergangenen Oktober dazu entschlossen, zunächst ohne öffentliche Gelder weiterzumachen. Die gewonnene Zeit kann sie jetzt für Fundraising und ihre Beratung nutzen.

Im permanenten Überlebensmodus

Es bleibt ein Gefühl der Enttäuschung, das auch immer wieder bei Begegnungen mit Politikern verstärkt wurde. „Die Frauen sollen sich mal nicht so anstellen, dann hätten wir das Problem ja nicht“, sagte ein Kreispolitiker mal zu ihr. Ein anderer betonte, dass er ja gedacht hätte, die Sache mit den Landgrazien würde sich von selbst erledigen, weil der Kreis sie finanziell aushungern würde.

Peters schreckt nicht davor zurück, unangenehm aufzufallen. Sie möchte das Schweigen auf dem Land brechen. Das Thema häusliche Gewalt ist weiterhin tabuisiert, so entsteht der Eindruck, dass häusliche Gewalt dort nicht existiert. Dabei ist das Gegenteil der Fall.

Anfang März sind Miriam Peters und Nadia zu einem Telefongespräch verabredet. Nadia hat mit ihren Kindern ein paar turbulente Wochen hinter sich. Nur wenige Tage nach dem Treffen vor dem Gemeindehaus floh sie vor ihrem Partner. „Irgendwas hast du doch vor“, sagte dieser ihr. Obwohl sie ihm keine Hinweise für ihre Flucht gab, habe er geahnt, dass sie gehen will.

Um Nadia so schnell wie möglich an einen sicheren Ort zu bringen, organisierte Peters ein Hotelzimmer für ihre Kinder und sie. Dann konnte sie in einem Frauenhaus in Schleswig-Holstein unterkommen, mittlerweile ist sie in einem Frauenhaus in Brandenburg. „Ich war in einem permanenten Überlebensmodus, erst jetzt kann ich wieder etwas aufatmen“, sagt Nadia am Telefon.

Endlich wieder ruhig schlafen

Ihre Haustiere wurden bei der Familie in Brandenburg untergebracht. Besonders schwer fiel ihr, den Kontakt zu ihren Freundinnen in ihrem Heimatort abzubrechen. Eine weitere Vorsichtsmaßnahme, damit ihr Partner nicht von ihrem Aufenthaltsort erfahren kann.

„Es tut so gut, endlich mal wieder schlafen zu können und keine Angst zu haben, nachts aus dem Schlaf gerissen zu werden“, sagt Nadia. Sie wirkt erleichtert am Telefon, so als hätte sie die richtige Entscheidung getroffen. Mehrmals bedankt sie sich bei Peters.

Es ist vorerst das letzte Gespräch zwischen den beiden. Wenn die Frauen erst einmal im Frauenhaus sind, geben die Landgrazien die Beratung an die Kol­le­g:in­nen vor Ort weiter. Den Kontakt abzubrechen, nicht zu wissen, wie es mit ihnen weitergeht, fällt Peters oftmals schwer.

Doch gleichzeitig freut sie sich für Frauen wie Nadia. „Es macht mich immer wieder glücklich, miterleben zu können, wie eine Frau sich für ein selbstbestimmtes Leben entscheidet“, sagt sie.

Ausweg aus häuslicher Gewalt
Land-Grazien bieten Frauen geheime Beratungstreffen

Oft wird bei der Beschreibung dörflichen Lebens betont, dass es mehr Zusammenhalt und nachbarschaftliche Hilfe gibt. Die Land-Grazien, die sich um misshandelte Frauen auf dem Land kümmern, kennen auch die Kehrseite dieses Zusammenlebens. Opfer finden kaum Hilfe, ihnen droht zudem soziale Ausgrenzung.

Das Herzogtum Lauenburg ist Idylle pur. Eingebettet in Seen und Wälder oder an den Ufern der Elbe liegen bezaubernde Dörfer und Kleinstädte. In dieser Landschaft ist Miriam Peters unterwegs, allerdings sieht sie die Einfamilienhäuser und Höfe mit anderen Augen als die Tourismusbüros. Peters ist Sozialarbeiterin und kümmert sich um Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt werden.

Das aktuelle Lagebild „Häusliche Gewalt“ des Bundeskriminalamtes (BKA) konstatiert für 2022 einen Anstieg der Betroffenenzahlen um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 240.547 Menschen haben Anzeige gegen Täter und Täterinnen erstattet. Von diesen Betroffenen sind 71,1 Prozent weiblich (171.076) und 28,9 Prozent männlich (69.471). RTL widmet dem Thema häusliche Gewalt heute ab 20.15 Uhr einen Schwerpunktabend.

Das Lagebild beschreibt die aufgedeckten Vorfälle, Peters und ihr Projekt „Land-Grazien“ haben es mit den Schicksalen zu tun, die hinter den Zahlen stehen oder die auch gar nicht erst angezeigt werden. Eines ihrer wichtigsten Werkzeuge ist ihr Beratungsmobil, das man jedoch auf den ersten Blick für den Firmenwagen eines handwerklichen Betriebs halten könnte. „Unser Beratungsmobil ist immer mit unterschiedlicher Werbung von Unternehmen oder Handwerkern beklebt, sodass niemand auf die Idee kommen würde, dass wir im hinteren Teil ein Büro eingebaut haben“, erzählt Peters ntv.de.

Der Überwachung entkommen

Die Tarnung hat einen guten Grund. „Das gibt uns die Freiheit, dass wir uns überall mit Frauen treffen können, wo sie sich gerade aufhalten.“ Das kann in der Nähe des Wohnorts sein, weil die betroffene Frau dort gerade spazieren geht oder es wegen eines schlechten Verkehrsnetzes keine Möglichkeit gibt, irgendwo anders hinzufahren. Es kann aber auch der Parkplatz der Schule, des Kindergartens oder des Einkaufszentrums sein. „Wir haben uns auch schon mal mit einer Frau auf einem Parkplatz vor dem Friedhof getroffen, weil sie dort regelmäßig zur Grabpflege war.“

Die unkomplizierte Möglichkeit, sich zu treffen und miteinander zu sprechen, ist für viele der Frauen unter Umständen überlebenswichtig. Denn Partner und Ehemänner, die in der Beziehung regelmäßig körperlich oder seelische Gewalt ausüben, neigen dazu, die Frauen rund um die Uhr zu kontrollieren. Wer aber ständig von einem Ortungsdienst überwacht wird, kann kaum eine Beratungsstelle aufsuchen.

Peters gründete 2020 den „Frauen helfen Frauen Sandesneben und Umgebung e.V.“, der Träger der Land-Grazien ist. Der Verein finanziert sich bisher aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen, zusätzlich kommt etwas Unterstützung von zwei Stiftungen. „Ich bin selber auf dem Land groß geworden und für mein Verständnis brauchten wir unbedingt ein Angebot, was explizit für die ländliche Bevölkerung konzipiert ist“, sagt die Sozialarbeiterin. Viele gingen davon aus, dass man Projekte oder Konzepte, die in der Stadt funktionieren, eins zu eins auf ländliche Regionen übertragen kann. Das sei aber ein Irrtum.

Zerstörung der Bullerbü-Idylle

Oft werde bei der Beschreibung des dörflichen Lebens betont, dass es mehr soziale Nähe gebe, mehr Zusammenhalt und nachbarschaftliche Hilfe, nicht zuletzt, weil man aufeinander angewiesen sei. Dieses Zusammenleben habe aber auch viele Nachteile. „Man wird halt viel beobachtet, man steht viel unter Kontrolle, auch von den Nachbarn. Und das kann dazu führen, dass eine gewisse Normvorstellung, wie man sich zu verhalten hat, vorausgesetzt wird.“ Entspricht man dem nicht, „kann ein Ausschluss aus der Gesellschaft, aus der dörflichen Gemeinschaft sehr schnell passieren“.

Häusliche Gewalt findet hinter verschlossenen Türen und Gardinen statt, viele hätten den Eindruck, dass es das auf dem Land gar nicht geben würde. „Das stimmt aber nicht. Es ist einfach nur besser versteckt“, sagt Peters. Vor allem tradierte Familienmodelle, in denen Frauen höchstens in Teilzeit berufstätig sind und sich nahezu allein um die Kinder und die Familienarbeit kümmern, können Partnerschaftsgewalt fördern. Das zeigen wissenschaftliche Untersuchungen immer wieder. Zudem sind Frauen, die sozial isoliert sind, erheblich häufiger von schweren Misshandlungen betroffen. Andersherum sind schwere Misshandlungen gehäuft mit erhöhter sozialer Isolation der Frauen verbunden.

„Frauen sind sehr geschickt darin, Wunden zu verstecken, weil sie sich unglaublich dafür schämen, dass ihnen so was passiert“, betont Peters. Sie machten sich Selbstvorwürfe, obwohl es oft Nachbarn gebe, die die Schläge, Misshandlungen und Schreie mitbekommen. „Jeder weiß, was da los ist und die Menschen schauen weg, weil ihre Vorstellungen vom Bullerbü-Leben auf dem Land damit vollkommen zerstört werden würden.“

Deshalb ist es den Land-Grazien wichtig, dass wirklich jede Frau das Gefühl hat, dass sie sich melden kann. „Das kann eine einmalige Beratung sein, auch online oder am Telefon“, betont Peters. „Es können aber auch mehrmalige Beratungstreffen sein, bis hin zur Begleitung zu unterschiedlichen Institutionen wie Polizei, vertrauliche Spurensicherung oder auch ins Frauenhaus.“ Die Beratung ist immer anonym möglich.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Vielen Frauen, die sich melden, ist zwar klargeworden, dass sie in einer gewalttätigen Beziehung leben. Die Hürden für eine Trennung sind trotzdem hoch. Oft gibt es finanzielle Abhängigkeiten oder Sorge um die gemeinsamen Kinder, oft wissen die Frauen auch einfach nicht wohin. Peters will der Frage, warum Frauen gewalttätige Partner nicht verlassen, andere Fragen entgegensetzen. „Warum kriegt er das nicht hin, seine Wut woanders rauszulassen? „Warum treffen Männer immer wieder die Entscheidung für Gewalt? Und warum muss sie gehen und alles zurücklassen?“

Wie schwer den Frauen genau das fällt, hat sie oft genug in ihrem Beratungsbus gehört. „Viele haben immer wieder Hoffnung, dass es wieder besser wird, dass es anders wird.“ Manchmal dauert es Jahrzehnte, bis diese Hoffnung erlischt.

Und dann erzählt Peters von der ältesten Frau, die sich bisher zur Beratung gemeldet hat und der der Verein half. „Sie war über 80 und 60 Jahre verheiratet und hat sich bei uns gemeldet mit den Worten: ‚Frau Peters, so kann ich nicht sterben‘.“ Diese Frau habe über Jahrzehnte massive Gewalt erlebt, am Schluss habe sie in einem Zimmer gelebt, dass sie nur mit der Erlaubnis des Ehemannes verlassen durfte. Sie habe nicht gewusst wohin, hatte kein eigenes Bankkonto, keine eigenen Einnahmen, weil sie nicht arbeiten durfte. Am Ende zog die Frau mit einer Freundin in einer WG zusammen. „Sie dachte, die Alternative zu dieser Gewaltbeziehung ist für mich Armut und Obdachlosigkeit. Dann bleibe ich eben hier und halte das aus.“

Häusliche Gewalt: „Einen Frauenhausplatz zu bekommen, ist pures Glück“ – Sozialarbeiterin im Interview

Häusliche Gewalt ist für viele Frauen leider nicht bloß ein einmaliger Vorfall, sondern der erschreckende Alltag – und das in allen gesellschaftlichen Gruppen. Dabei fängt Gewalt nicht erst bei Schlägen oder Misshandlungen an, sondern betrifft auch Stalking und Psychoterror. Kein Tag ohne permanente Abwertung und Angstzustände vergeht. Die „Land-Grazien“ helfen Frauen dabei, aus dieser Hölle zu entkommen. Die Gründerin und Sozialarbeiterin Miriam Peters hat mit uns über ihre Arbeit sowie Ursachen und Tipps bei häuslicher Gewalt gesprochen.

Häusliche Gewalt betrifft Frauen aller gesellschaftlichen Schichten – und wird immer mehr, wie die Zahlen belegen: So lag die Zahl der Opfer von Häuslicher Gewalt im Jahr 2022 bei 240.547 Opfern und ist damit um 8,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021 gestiegen. Fast alle zwei Minuten wird in Deutschland ein Mensch Opfer von Häuslicher Gewalt. Jede Stunde werden mehr als 14 Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Und beinahe jeden Tag versucht ein Partner oder Expartner eine Frau zu töten. Die Zahlen sind erschreckend – und die Dunkelziffer ist noch viel höher.

Sondersendung zum Thema Häusliche Gewalt

Dass körperlicher sowie seelischer Missbrauch für viele Frauen zum Alltag zählt, verdeutlicht auch das „stern TV Spezial: Kein Opfer mehr! Flucht aus der Beziehungshölle“ am 12. Oktober um 20.15 Uhr bei RTL. In einem 90-minütigen Spezial begleitet RTL-Reporterin Pia Osterhaus Frauen, die sich aus der Gewalthölle befreien und ihr Leben neu organisieren konnten. Dabei werden auch verschiedene Hilfsangebote beleuchtet, deren Bedeutung immer wichtiger wird. Eins davon ist die Beratungsstelle „Land-Grazien“ in Schleswig-Holstein.

„Land-Grazien“: Beratungsstelle auf vier Rädern

Die „Land-Grazien“ ist eine Frauenberatungsstelle, die 2021 von Miriam Peters ins Leben gerufen wurde. Dabei sind sie und ihr Team sowohl in den sozialen Netzwerken aktiv, als auch mit einem mobilen Büro in Form eines Transporters unterwegs. „Unser Schwerpunkt liegt auf Partnerschaftsgewalt. Wir beraten ausschließlich Frauen und Kinder“, erklärt die staatlich anerkannte Sozialarbeiterin im Interview mit Für Sie Online.

Befinden sich Frauen in einer gewaltvollen Beziehung oder erleben auf verschiedene Art und Weise Gewalt, können sie sich bei Miriam und ihrem Team melden. „Wir machen dann eine Gefährdungsanalyse, in welcher Gefahr die Frau steckt, um weitere Schritte zu besprechen. Wir zählen Alternativen auf, sie selbst trifft aber immer die Entscheidung, was als nächstes passiert. Das oberste Prinzip bei uns ist die Wahrung der Selbstbestimmung.“

Sozialarbeiterin Miriam Peters im Interview über häusliche Gewalt

Sie beraten, sie begleiten zur Polizei, sie ermutigen – und konnten damit schon vielen Frauen helfen. Im Interview mit Für Sie Online erzählt Miriam Peters von ihrem Beratungsmobil und ihrer täglichen Arbeit und gibt Tipps an betroffene Frauen.